Label werden in den unterschiedlichsten Formen und Bezeichnungen verwendet. Regelmäßig soll es auf besondere Qualitäten und Eigenschaften des Produktes hinweisen. Durch das Label soll sich das Produkt von anderen - dem gleichen Zweck dienenden - Produkten abgrenzen und die besonderen Eigenschaften hervor heben.

Ohne zu wissen, wie die verwendeten Labels überhaupt einzuordnen sind, ist es für den Kunden jedoch schlicht unmöglich, eine geeignete Informationsgrundlage für die Vergleichbarkeit herzustellen.

Um sich in die Lage versetzen zu können, die Unterschiede überhaupt beurteilen und bewerten zu können, sind die grundsätzlichen Begrifflichkeiten und deren Hintergründe wichtig.

Als Eigenmarken oder auch Handelsmarken werden Label bezeichnet, die von dem jeweiligen Hersteller in Eigenregie auf ihre Produkte aufgebracht werden. Traditionell werden Eigenmarken von Supermärkten oder Discountern verwendet. Bei den als Eigenmarke angebotenen Produkten muss es sich nicht zwingend um Produkte handeln, die von den jeweiligen Anbietern auch selbst hergestellt wurden. Häufig werden Produkte von externen - etablierten - Herstellern geliefert und als Eigenmarke in entsprechend veränderter Verpackung verkauft.

Gütezeichen dagegen setzen voraus, dass das Produkt nach einem Prüfverfahren vom Deutschen Institut für Kennzeichnung und Gütesicherung e.V. (kurz: RAL  nach "Reichsausschuss für Lieferbedingungen" genannt) anerkannt worden sind. Entsprechend des umgangssprachlichen Wortsinnes steht hier die Qualität und die Qualitätssicherung im Vordergrund. Wichtig zu wissen ist, dass die Gütezeichen von Gütegemeinschaften vergeben werden. Die Gütegemeinschaften sind in der Regel Zusammenschlüsse von Herstellern, die sich auf bestimmte Gütestandards geeinigt haben. Wenn ein Produkt dieses Standards erfüllt, darf es für einen begrenzten Zeitraum das Gütezeichen tragen. Die RAL überwacht die Gütebedingugnen sowohl bei der Vergabe als auch über den Nutzungszeitraum und kann auch bei Verstößen die Erlaubnis zur Nutzung des Gütesiegels entziehen. Diese Gütezeichen müssen den "Grundsätzen der Gütezeichen" entsprechen, was so viel bedeutet, dass im wesentlichen die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen maßgeblich ist.

Gütezeichen werden daher von den Herstellern selbst initiiert, allerdings verpflichten sich die Hersteller, nachvollziehbare Standards einzuhalten. Die Überprüfung erfolgt auch durch externe Beteiligte.

Ein anderer Schwerpunkt wird bei der Vergabe von sog. Prüfzeichen gesetzt. Hier steht nicht wie bei Gütezeichen die gleichbleibende Produktqualität im Mittelpunkt, sondern ob das Produkt die sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt. Die Prüfzeichen werden von wissenschaftlich-technischen Instituten vergeben. Grundlage der Prüfungen können sowohl umfangreiche und aufwendige Laboruntersuchungen als auch lediglich Stichprobenkontrollen sein. TÜV, VDE oder GS sind solche Prüfzeichen.

Wer darauf hinweisen will, dass ein Produkt in einer bestimmten Region hergestellt wurde, wird in aller Regel Regional- oder Herkunftszeichen verwenden. Wie detailliert die Herkunft beschrieben wird, ist dabei völlig offen. Vor allem in Bereich der Lebensmittel hat die regionale Kennzeichnung immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Sehr bekannt sind sog. Test-Label. Sie werden von Institutionen wie z.B. der Stiftung Warentest oder ÖKO Test vergeben. Im Grunde weisen die Test-Label die Ergebnisse zu einer bestimmten Produktgruppe aus. Die Bewertung erfolgt in der Regel angelehnt an Schulnoten und ist damit leicht zugänglich. Testsieger bedeutet daher, dass ein Produkt innerhalb einer Testreihe mit der in diesem Test besten Note abgeschnitten hat, was nicht gleichbedeutend mit einem "sehr gut" sein muss. Da die Testergebnisse aller getesteten Produkte in der Regel bei dem Testinstitut abgefragt werden können, können sich Verbraucher hier einen guten Überblick über die Aussagekraft des verwendeten Test-Labels auf den Produkten verschaffen. Allerdings setzen Tests aus der Natur der Sache voraus, dass der Tester sich vorher Gedanken über die jeweiligen Kriterien, auf die er testet und deren Gewichtung gemacht hat. Zudem werden Tests natürlich auch von irgend jemanden in Auftrag gegeben - und von diesem auch bezahlt. Insoweit spielen die Hintergründe der angeführten Tests für die Aussagekraft von Test-Labels eine entscheidende Rolle.

Umweltzeichen sind dagegen produktbezogene Kennzeichen. Als Öko-Label werden hier die Umwelteigenschaften eines Produktes in den Mittelpunkt gerückt. Umweltschonende Herstellung, Inhaltsstoffe mit geringer Schadstoffbelastung oder besonders umweltfreundliche Entsorgungsmöglichkeiten spielen hier die maßgebliche Rolle. Auch hier ist jedoch zu beachten, dass Umweltzeichen sich sowohl auf einzelne Produkteigenschaften beziehen können (z.B. FCKW-frei) als auch auf den gesamten Herstellungs- und Verwendungsprozess. Umweltzeichen dienen dazu, den Absatz von umweltfreundlichen Produkten zu fördern.

Umweltzeichen sind freiwillig und werden von verschiedenen Institutionen, Verbänden und unabhängigen Prüfinstituten vergeben. Die Internationale Organisation für Normung (kurz: ISO) hat Normen und Richtlinien für verschiedene Typen von Umweltzeichen entwickelt, um eine gewisse Verlässlichkeit und Standardisierung zu schaffen. Beispielsweise gibt die ISO 14021 Rahmenbedingungen für Umweltaussagen vor, die Hersteller selbst für ihre Produkte treffen. Sie werden als TYP II Umweltzeichen bezeichnet. TYP I und TYP III der ISO 14000 sind von Dritten vergebene Kennzeichen, die anhand bestimmter, über den gesamten Lebenszyklus des Produktes ermittelter Kriterien bestimmt werden. TYP I Umweltzeichen sollen darüber Auskunft geben, dass das Produkt in Bezug auf die betrachteten Umwelteigenschaften qualitativ besser ist (ISO 14024), TYP III Umweltzeichen treffen quantitative Aussagen auf der Basis von Umweltdeklarationen (ISO 14025), z.B. über die Öko-Bilanz. Der Blaue Engel ist beispielsweise in der Regel ein TYP I Umweltzeichen.